Chronik des Jahres 2010Der Spielmannszug rockt! Sehr abwechslungsreich gestaltete sich das vergangene Jahr des Spielmannszuges der „Blauen Funken“, das wieder viele musikalische wie gesellschaftliche Höhepunkte zu bieten hatte. Bereits am 1. Januar, man mag es kaum glauben, brachte der Spielmannszug die lästige Pflicht des alljährlichen Neujahrsaufmarschs hinter sich. Nachdem sich alle bekannten oder weniger bekannten Größen des Stadt- oder Karnevalsgeschehens sich ein frohes, neues Jahr auf dem Marktplatz gewünscht hatten, marschierten wir zum Neujahrsempfang des Festausschusses in die Mittelrheinhalle. Doch bald sollte zum Glück ja die närrische Hochphase beginnen. An der verschneiten Proklamation am 16. Januar marschierten die Spielleute erstmal zur Parade an den kalten Rhein, um dann auf dem etwas wärmeren Marktplatz das neue Andernacher Prinzenpaar zu begrüßen. Jürgen und Stefanie Senft sollten in den folgenden Tagen als Prinz Jürgen III., „der Gardist vom Wagenbau“, und Prinzessin Stefanie I., „vom Moselstrand ins Narrenland“, mit ihrem Hofstaat die närrische Regentschaft über Andernach übernehmen. Abends feierte der Spielmannszug zusammen mit dem restlichen Corps beim „Fest in Blau“, bei dem wieder viele Orden- und Ehrenzeichen auch an Spielleute vergeben wurden; unter anderem wurde Jürgen König zum Major befördert. Am 21. Januar spielten wir traditionell ein Ständchen beim Dämmerschoppen des Alt-Herren-Chorps im Kolpinghaus. Am 4. Februar fand die Generalprobe für das kommende Sitzungswochenende in der Mittelrheinhalle statt. Ein großes Highlight war 2010 der Auftritt bei den Prunksitzungen der Blauen Funken am 6. und 7. Februar. Im Rockeroutfit heizte der Spielmannszug dem Saal so richtig ein. Bereits beim Anfang des Showteils „Rock“, bei dem das Schlagwerk samt Trommeln in der dunklen Halle eine Schwarzlichtshow bot mit weißen Handschuhen und grünen Trommelstöcken, sang der ganze Saal kräftig mit bei „We will rock you“. Bei den weiteren Rockklassiker wie „Rama Lama Ding Dong“, „54, 74, 90, 2010“ und „Final Countdown“ sowie „What a Feeling“ oder „We are the Champions“ hielt es keinen Zuschauer im Saal mehr auf seinem Platz. Dieses war sicher eines der fesselndsten und außergewöhnlichsten Showteile des Spielmannszuges der letzten Jahre. Einer Spielfrau wurde am Nauzenummedach eine besonders große Ehre zu teil: Daniela Umbscheiden, die Leiterin des Kinderspielmannszuges, erhielt den Bubbelinchensorden. Das Karnevalswochenende begann für den Spielmannszug mit dem Karnevalssamstag am 13. Februar. Dort zogen wir anders als in den Jahren zuvor nicht mehr in unseren Klingelkostümen, sondern in der Rockerkleidung vom Showteil der Prunksitzungen durch die Stadt, um nach den traditionellen Ständchen spielen in der Stadt sich dem Rekrutenzug anzuschließen, der anders als sonst eine Stunde früher los ging. Am darauf folgenden Tag, den 14. Februar nahmen wir am Umzug im verschneiten Namedy teil. Nicht nur der Karnevalszug an sich war dort kurz, überraschenderweise sehr fließend und schnell, nein, aufgrund des kalten Wetters zog es nur wenige Zuschauer an den Straßenrand. Abgeschlossen wurde die Karnevalssession dann mit der Teilnahme am Rosenmontagszug am 15. Februar in Andernach. Bereits morgen früh waren einige aus dem Spielmannszug in der Stadt und Umgebung unterwegs, um die verschlafenen Karnevalisten mit ihren Hörnern aufzuwecken. Beim Treffen vor dem Kolpinghaus stellte sich auch dann heraus, dass „T2“ Axel Sauer den Spielmannszug an diesem Tage führen sollte, da der Tambourmajor Rolf Koch schon zum zweiten Mal hintereinander am Rosenmontag krank das Bett hüten musste. Wir hoffen, dass er 2011 am Rosenmontagszug dabei ist. Nach dem Salutschießen am Rhein und dem Erwesopp-Essen im Kolpinghaus, spielen wir noch zwei Ständchen beim Mimmo im Häuschen und bei Michael König. Gut gestärkt ging es dann von da aus die Wegstrecke durch die närrisch geschmückten Straßen Andernachs bis zum Marktplatz. Am 5. März war die Karnevalspause beendet und der Spielmannszug legte mit der jährlichen Besprechung im Hotel am Markt die Eckpunkte für das folgende Jahr bis zum Aschermittwoch fest. Am 12. März, also nur eine Woche später, feierte der Spielmannszug den Spielmannszugabend in der heimischen Funkenhalle. Zusammen mit den Gruppenleitern, dem Vorstand und ehemaligen Spielleuten feierten wir bis in den frühen Morgen. Der gut aufgelegte und wieder genesene Tambourmajor Rolf Koch ließ es sich dabei nicht nehmen in seiner Eröffnungsrede die abgelaufene Karnevalsession kurz Revue passieren zu lassen, sowie den neuen Schellenbaumträger Rolf Schöning vorzustellen. Des weiteren freute sich der Tambourmajor Nachwuchs im Spielmannszug begrüßen können und gratulierte den Flötisten Bärbel und Patrick Weiler ganz herzlich zu deren Tochter Lara-Sophie. Zudem ehrte Rolf Koch für 25-jährige Mitgliedschaft die Lyraspielerin Heike Seimetz mit einer Urkunde und einem Präsent. Insgesamt war es ein geselliges Beisammensein, bei dem viel gelacht wurde. Am 9. April nahmen die Spielleute dann wieder die freitägliche Probe in der Aula der St. Stephansschule auf. In der Frühlings- und Sommerzeit war des Spielmannszug sowohl bei Geburtstagen als auch bei den Sommerfesten der Chorps gefragt. Am 17. April feierte der Ehrentambourmajor Hans Breuch seinen 85. Geburtstag im Kolpinghaus. Da ließ es sich natürlich auch der Spielmannszug nicht nehmen zu einem solch stolzen Alter musikalisch zu gratulieren, wobei der Ehrentambourmajor auch noch selber einmal den Tambourstab ergriff und zeigte, dass er es nicht verlernt hatte den Spielmannszug zu dirigieren. Am 15. Mai spielten wir dann anlässlich des 50. Geburtstages unseres Ex-Flötisten Dieter Manthey in der Funkenhalle. Am gleichen Ort marschierte der Spielmannszug auch am 12. Juni auf, um mit unserer Flötistin Helga Thelen ihren 50. Geburtstag zu feiern. Am 20. Juni spielten wir beim ersten Sommerfest unserer Freunde der Stadtsoldaten im Schlossgarten. Am 25. Juni waren wir dann zu Gast bei unserem Trommler Wolfgang Weber in der Begegnungsstätte Saffig, dem wir natürlich auch zu seinem 50. Geburtstag mit klingendem Spiel herzlich gratulierten. Viel Spaß hatten die Spielleute mit ihren Familien auch beim Familienausflug am 26. Juni. Nach dem Start in der Funkenhalle ging es aufgeteilt in vier verschiedenen Gruppen auf zu einer Stadtrallye in die Innenstadt. Dort sollten die unterschiedlichsten Aufgaben erledigt werden. Man sollte etwas „Grünes“ für höchstens 50 Cent kaufen, lustige Fotos an Denkmälern in Andernach schießen oder zählen, wie viele Bäume auf dem Marktplatz stehen. Wichtige Stationen während der Rallye waren der Marktplatz, der Bahnhof, das Rheintor, der Alte Krahnen und der Runde Turm. Von verschiedenen Standpunkten aus gestartet ließen es die Gruppen auf unterschiedlichste Weise angehen: Die einen erledigten schnell ihre Aufgaben, um so früh wie möglich wieder in die Funkenhalle zu gelangen, die andere verknüpften den Stadtrundgang mit dem Besuch einiger Cafés und Biergärten. Ziel war dann letztendlich wieder die Funkenhalle, wo wir den Nachmittag gemütlich mit einigen unterhaltsamen Spielen und einem gemeinsamen Grillen abschlossen. Dank des Orga-Teams, das sich viel Mühe bei der Gestaltung des Familienausflug gegeben hat, verbrachte man einen schönen Tag miteinander. Am 4. Juli trat der Spielmannszug beim Sommerfest der Rot-Weißen-Husaren auf dem Schulhof der Stephansschule auf. Am 9. Juli brachten wir zum 60. Geburtstags der Frau unseres ehemaligen Adjutanten, Rosi Ohlig, ein Ständchen an der Festhalle Dünchem. Wie jedes Jahr nahm der Spielmannszug wieder kräftig Geld ein beim Inkasso der Fest der 1000 Lichter in den Rheinanlagen am 6. und 7. August. Am 14. August spielten wir auf dem Sommerfest der Prinzengarde, das ebenfalls im Schlossgarten statt fand. Zum dritten 50. Geburtstag eines aktiven Spielmanns im Jahre 2010 liefen wir am 17. August an der Hütte in Eich auf. Unser Tambourmajor Rolf Koch feierte auf den Tag seinen Jubelfest an einem unterhaltsamen lauen Sommerabend. Den Abschluss des Sommerfestreigen bildete unser eigenes Sommerfest der Blauen Funken am 21. August, bei dem auch der Spielmannszug auftrat. Als weiteres Highlight des Jahres folgte die Teilnahme am Kerwe-Umzug in Eisenberg in der Pfalz am 5. September. Der ganze Spielmannszug machte sich früh morgens mit einigen Familienangehörigen mit dem Bus von der Stephansschule auf die etwa zweistündige Fahrt zum Zielort. Dort angekommen zogen wir uns in einer Turnhalle um, bevor wir uns schon mal mit klingendem Spiel zum Festplatz aufmachten, um mit Flüssigkeit gegen die gellende Hitze vorzubeugen: Schließlich zeigte ein Digitalthermometer an einer Apotheke stolze 85° C. Auf dem Weg zurück zum Aufstellungsplatz drehten wir auch während des Marschierens ein paar Runden um einen Kreisel mitten auf der Straße, was einige Zuschauer in Staunen versetzte. Vorgestellt wurde vor dem Zug durch die Gemeinde auch der neue Tambourmajor des Kinderspielmannszug: Da Ruben Busenkell sein Amt abgegeben hat, wird nun ab sofort Simon König der Jugend voranschreiten. Nach einem sehr schönen Zug durch Eisenberg, bei dem wir den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand mit Karnevalsliedern eingeheizt hatte und auch unser Tambourmajor Rolf zwei nette Damen an seiner Seite zum Mitmarschieren gefunden hatte, ging es nach einer Stärkung in einem Restaurant wieder mit dem Bus zurück nach Hause. Am 5. November spielte der Spielmannszug beim Festkommerz anlässlich des 75-jährigen Bestehen des kleinen Damenkomitees im Vereinslokal Kolpinghaus. Herbstzeit heißt auch St. Martinszeit. Am 7. November spielten wir als ersten den Martinszug der Stadt Andernach, den wir vom Marktplatz bis zum Feuer in der Nähe des Lidl mit Martinsliedern begleiteten. Am 12. November erwartete uns eine wahre Mammutaufgabe zu bewältigen. Drei Martinszüge mussten an der Stephansschule, auf der Südhöhe und in Namedy begleitet werden. Da die sich aber zeitlich überschnitten, teilten wir den Spielmannszug in zwei immer noch gut funktionierende Züge auf. Der eine Teil startete an der Stephansschule und fuhr danach nach Namedy, während der andere Teil des Spielmannszuges zuerst auf der Südhöhe spielte, bevor man zu den anderen nach Namedy stieß. Nach solch einem straffen Abendprogramm hatten sich alle Beteiligten das „Döppekoche“-Essen im Häuschen redlich verdient. Die Session wurde erstmals in der Stadt samstags am 13. November eröffnet, da dadurch alle Chorps vollständig an der Rathauserstürmung teilnehmen konnten. Abends eröffneten die Blauen Funken im Kolpinghaus mit dem Sessionsauftakt die närrische Zeit unter dem Motto „Die wilden 80er“, bei dem wir noch einmal das diesjährige Sitzungsprogramm zum Besten gaben. Vom 19. bis 21. November fuhr der Spielmannszug für drei Tage auf Probewochenende nach Urbar in den Westerwald. Dort übten wir das neues Showprogramm für die anstehende Session 2011 ein, das erstmals auf dem Sitzungswochenende der Blauen Funken präsentiert wird. In Register- und Gesamtproben wurden nicht nur viele Lieder zum Mitsingen einstudiert, sondern auch ein Stück, das eher ungewöhnliche Spielmannsmusik darstellt und eine große Herausforderung insbesondere für Trommeln und Schlagzeug sein wird. Die Zuhörer dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Neben der Musik übten die Spielleute auch das Marschieren auf dem anliegenden Sportplatz, das trotz einiger bundeswehrerfahrener Männer zum Spießrutenlaufen wurde. Auch der gesellschaftliche Teil kam bei lustigen Spielen oder netten Unterhaltungen abends in der Küche nicht zu kurz. Mit leckerem Essen wurde der Spielmannszug durch Christa Ahrens und Otto Nürnberg beköstigt. Als letzten Termin im Jahr spielten wir auf dem 70. Geburtstag von Doris Umbscheiden in der Funkenhalle am 27. November. Wiedermal ein sehr ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Spielmannszug. Nach einer tollen Karnevalszeit, verbrachten die Spielleute auch in der Nachkarnevlaszeit viele Stunden miteinander und hatten viel Spaß bei diversen Ausflügen oder Geburtstagsfeier. Es bleibt abzuwarten, was das nächste Jahr 2011 alles zu bieten hat. |
